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Österreichische Landgans - Beschreibung

veröffentlicht um 04.11.2016, 04:02 von Stefan Mairhofer   [ aktualisiert: 06.11.2016, 01:10 ]

Neben Bienen gibt es auf unserem Hof noch allerhand andere flugtaugliche Tiere. Im heutigen Beitrag möchten wir unsere Österreichischen Landgänse ins Rampenlicht rücken und näher vorstellen.

 

Rassebeschreibung:

Die Österreichische Landgans ist ein eher leichter Gänseschlag. Es handelt sich dabei weniger um eine durchgezüchtete Rasse, sondern mehr um einen Schlag, der für die Ostalpenregion typisch ist. Die nächste Verwandte ist die Bayrische Landgans und dann folgt bereits die Graugans. Besonders hervorzuheben sind bei der Österreichischen Landgans die inneren Werte. Selbständige Futtersucher, gesunder Bruttrieb, fürsorgliche Gösselaufzucht und ein ausgeprägtes Verteidigungsverhalten des Ganters für seine Göttergattin und seine Gössel sind hier lobend zu erwähnen. Die Tiere sind flugfähig, jedoch sehr standorttreu. Der morgendliche Rundflug über die Weide ist sowohl für uns, als auch für die Nachbarn eine Attraktion. Die Tiere entfernen sich jedoch nur selten weiter als 50m von der Wasserstelle.

Zu den optischen Merkmalen zählen orange Augenringe und ein oranger Schnabel ohne Pigmentstörungen. Die Gefiederfarbe ist unterschiedlich, wobei von rein weißen bis komplett grauen Tieren alles möglich ist. Die Österreichischen Landgänse bringen bis zu 7kg auf die Waage. Eine Bauchwamme kann sich nach dem ersten Brutvorgang ausbilden, ist jedoch nicht erwünscht.


Österreichische Landgans
 

Zuchtbetreuung:

Bei der Österreichischen Landgans spricht man von einem Gänseschlag. Der Unterschied zu einer eigenständigen Rasse liegt dabei darin, dass es kein Zuchtbuch und daher auch keine Rassebetreuung durch einen anerkannten Zuchtverein gibt. Für alte Nutztierrassen, welche an der heutigen Fleischproduktion nur eine Nebenrolle spielen, ist dies leider typisch. Es gibt hier noch zahlreiche andere Vertreter, denen es ähnlich ergeht, wie zum Beispiel dem Steinhendl. Durch die fehlende Zuchtbetreuung sind diese Rassen auch nicht gelistet, werden nur schwer gefunden und drohen langsam zu verschwinden. Glücklicherweise finden sich in letzter Zeit immer mehr Leute, welche die Selbstständigkeit der alten Nutztierrassen wieder zu schätzen lernen und aus diesem Grund Gefallen an diesen alten Rassen finden. Im Jahr 2016 wurde zusammen mit einem befreundeten Züchter aus Innsbruck ein Projekt gestartet, um unseren Gänseschlag in einem Zuchtbuch abzubilden. Dies soll helfen, die inneren Werte (Bruttrieb, Gösselführung, Selbständigkeit) zu bewahren und Inzucht zu vermeiden. Wir werden sehen, wie es hier weitergeht und freuen uns über jeden Neuinteressenten.

 

Warum haben wir uns  für die „Österreichische Landgans“ entschieden?

* Parallel zu einem normalen 40h Job sind robuste und vorallem selbstständige Tiere klar im Vorteil.

* Nachwuchs gibt’s wenn die Natur im Überfluss Nahrung produziert. Zu Martini im November wird das Gras knapper (daher der Name: Martinigans).

* Wir überwintern nur unsere Zuchteltern, die Jungtiere werden an Neuzüchter abgegeben, oder im Zweifelsfall gebraten. Heuernte wie bei Wiederkäuern ist nicht notwendig.

* Ein Bratgewicht von 3-4kg ist für heutige Familiengrößen ausreichend (wer braucht schon eine 12kg Mastgans??).

* Einbrecher werden lautstark begrüßt (diese Eigenschaft machten sich schon die Römer zunutze).

* Ein Rasenmäher ist überflüssig.

Imkerei Mairhofer, Zucht Österreichische Landgänse, Ebbs bei Kufstein, Tirol



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